12.12.2009 | Berliner Zeitung | Ein Benefizkonzert für die Angeklagten
[...] Im ersten Prozess um einen versuchten Mord bei Krawallen am 1. Mai sind die Richter erheblichem Druck ausgesetzt. Jetzt melden sich die Schulen der beiden Angeklagten zu Wort. Für den kommenden Montag lädt die Rudolf-Steiner-Schule in Zehlendorf zu einem "Informationsabend mit anschließendem Benefizkonzert" in ihren Festsaal ein. Der Prozess beschäftige Schüler und Lehrer mit "wachsender Sorge", heißt es in der Einladung. [...]
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15.12.2009 | taz | Ein Cocktail, der viele Fragen aufwirft
[...] Frostig und stockfinster ist es an diesem Montagabend. Doch an der Dahlemer Clayallee schieben sich immer mehr Schüler und Erwachsene in die Rudolf-Steiner-Schule. Mehr als 200 sind es am Ende, die sich in die in rotes Scheinwerferlicht getunkte Aula verteilen. Sie wollen die Anwälte hören, die Eltern, die Lehrer. Sie reden über diesen Prozess, "der uns nicht mehr schlafen lässt", wie es in der Einladung heißt.
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16.12.2009 | Tagespiegel | Schule der Solidarität
[...] An diesem Montagabend wirkt die Rudolf-Steiner-Schule in Zehlendorf wie ein besetztes Haus: Auf der Bühne der Waldorfschule werden zornige Protestlieder gesungen und auf Transparenten, T-Shirts und Flugblättern fordern die Schüler „Freiheit für Rigo und Yunus“. [...] Die Mitschüler sind von ihrer Unschuld überzeugt, auch Eltern und Lehrer zeigen sich solidarisch. „Es fällt zunehmend schwer, den Schülern dieses Gerichtsverfahren als fair zu erklären“, sagt Cornelia Bergengrün, die Sozialkunde und Deutsch unterrichtet und den Abend mit organisiert hat. Sieben Monate U-Haft und widersprüchliche Zeugenaussagen haben die Schüler, aber auch die Eltern politisiert.
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16.12.2009 | Berliner Zeitung | Shirts, Song und Schrippen für Rigo und Yunus
[...] "Freiheit für Rigo und Yunus " steht auf großen Plakaten an der Wand und ist auf T-Shirts gedruckt, die verkauft werden. Die Schüler haben Songs geschrieben. "Willst du heute demonstrieren, dann musst du gleich Knast riskieren", heißt es darin. "Denn die Staatsanwaltschaft fasst jeden, auch wenn er nur stand daneben." Sie verkaufen auch Kuchen und Schrippen. Der Erlös aus dem Verkauf soll für Flyer und Prozesskosten ausgegeben werden.
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16.12.2009 | ND | Bittere Kälte im Gerichtssaal
[...] Das Gericht zeige sich auch von entlastenden Fotoaufnahmen, die die Staatsanwaltschaft zunächst zurückhielt, unbeeindruckt. Laut Klinggräff herrsche eine »bittere Kälte« in der Verhandlung. Seine Anträge auf Aussetzung der seit über sieben Monate andauernden Untersuchungshaft für die beiden 17 und 19 Jahre alten Angeklagten wurden bislang abgelehnt. Rechtsanwalt Stefan Conen von der Vereinigung Berliner Strafverteidiger, die den Prozess beobachtet, nannte den Haftfortdauerbeschluss »ernüchternd und schockierend«. [...] Seit Bestehen der Bundesrepublik zeige sich, so Conen, dass das Strafrecht für Populismus anfällig sei.
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