
Landgericht Berlin, Turmstr. 91, 08.09.2009 09:00 - 17:00 Uhr
> detaillierte Prozessbeobachtung
Der Antrag auf Ablösung des Oberstaatsanwaltes Knispel wegen Befangenheit wird abgelehnt. Die Fotos der mutmaßlichen Täter seien nicht vorenthalten, sondern „bereits“ am 26. Juni vom LKA nachgereicht worden.
Der Antrag der Verteidigerin Clemm, den Tagesspiegelredakteur als Zeugen vorzuladen, da Oberstaatsanwalt Knispel ihm gegenüber von Benzinrückständen auf der Bekleidung der Angeklagten gesprochen habe, tatsächlich aber nichts dergleichen festgestellt wurde, wird abgelehnt.
Überhaupt bleibt die Geschichte mit den Benzinrückständen auf der Kleidung der Geschädigten, den sauberen Kleidungsstücken der Angeklagten, und den im nachfolgenden Prozesstagen zur Sprache kommenden Einweghandschuh, der zum großen Erstaunen der Angeklagten als Beweismittel bei der Festnahme miteingepackt wurde, mit Spuren eines völlig anderen Brandbeschleunigers, äußerst delikat.
Der Antrag der Verteidigerin Clemm, evtl. weiteres vorhandenes belastendes Material freizugeben, das den Oberstaatsanwalt Knispel zu seiner Auskunft gegenüber der Presse veranlasst habe, wird abgelehnt.
Die Verteidiger beantragen, als weitere Zeugen die ehemaligen Verteidiger der Angeklagten zu laden. Diese hätten die Angeklagten kurz nach der Festnahme unabhängig voneiander ausführlich befragt.
Der verdeckte Ermittler Gromotka, der die Angeklagten am 1.Mai festnahm, wird befragt. Er verweist auf die lange Zeitdauer seines Einsatzes und auf die Zeit, die inzwischen vergangen sei. Er kann sich an Details schlecht erinnern. Er könne schon das eine oder andere "verdeht" haben, so wie die Farben der Hosen. Er hätte den Tatvorgang nicht direkt gesehen, aber der Kollege Berger hätte alles gesehen. Er ist sich sicher, die Angeklagten nicht verwechselt zu haben.
Gromotka hatte die Fotos der Zeugen von den mutmaßlichen Tätern entgegengenommen, diese noch in der Tatnacht gesichtet, habe aber nichts wirklich darauf erkennen können, logisch, denn die abgelichteten Personen auf den Fotos sind ähnlich gekleidet, aber nicht identisch mit den Festgenommen!
