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6. Prozesstag (06.10.)

Presse zum 6. Prozesstag

detaillierte Prozessbeschreibung

Nach einer 2 wöchigen Pause wurde der Prozess gegen Yunus K. und Rigo B. fortgesetzt.

Die Anwälte nehmen Stellung zu den Morddrohungen gegen den Oberstaatsanwalt

RA Klinggräff und RA Zecher distanzieren sich auf schärfste von der im Internet veröffentlichten Morddrohung . Ihre Mandanten seien nicht in der linken autonomen Szene organisiert und verabscheuten jegliche Gewalt, auch politisch motivierte. Yunus K. sagt mit eigenen Worten, der Prozess gegen ihn und Rigo würde zu Progandazwecken missbraucht. 

Die Angeklagten bedauern diesen Vorfall sehr. Besonders Rigo und seine Familie weisen die Grüße aus der autonomen Szene zurück. Besonders der Bezug auf den Mord an Uwe Lieschied, der 2007 an der Hasenheide getötet wurde, trifft die Familie sehr, da sie mit der Schwester Uwe Lieschieds eng befreundet seien, die Schwester kenne Rigo von Geburt an und sei sogar bei der Hausgeburt zugegen gewesen. Die Angeklagten und deren Familien sind empört über die Morddrohung und wollen damit nichts zu tun haben. Oberstaatsanwalt Knispel nimmt dies zur Kenntnis.

RA Clemm und RA Klinggräf fassen zusammen

Die Befragungen der verdeckten Ermittler zusammenfassend zählt RA Clemm eine Unzahl von Widersprüchen auf und kommt zu dem Schluss, dass die Zeugen sich abgesprochen haben müssen. RA Klinggräf relativiert die Aussage von Kleine und  stellt den Wahrheitsgehalt der Zeugenaussagen dadurch erheblich in Frage.

Die beiden Studenten sagen aus

Unmittelbar nach der Tat hatten sich Augenzegen des Tatgeschehens am Tatort gemeldet. Sie hatten fotografiert und die Tätergruppe seien ihnen durch die "verbale Motivierung" zum Brandsatzwurf aufgefallen. Ihre Aussagen wurden mit Spannung erwartet. Sie sagen beide aus, dass sie zur Tatzeit in wenigen Metern von der Tätergruppe entfernt gestanden hätten. Einer der beiden hätte gesehen, wie die Flasche aus einem Rucksack geholt worden sei. Sie beschreiben die Flasche, erinnern sich aber nicht an den Wurf selbst. Es gab den Impuls den Tätern auf ihrer Flucht zu folgen, aber es sei alles so schnell gegangen. Sie hätten auch nach der Geschädigten geschaut und sich dann auf eigene Initiative bei der Polizei gemeldet. Die Polizei hätte die Chipkarte ihres Fotoapparates beschlagnahmt, ihnen auch durch die Scheibe des Vernehmungsfahrzeuges die mutmaßichen Täter gezeigt, die sie aber nicht identifizieren konnten. Am 8.5. seien sie noch einmal von der Polizei geladen und vernommen worden.

Zu den Fotos befragt erzählen sie, eine Person auf den Fotos hätte selbst darum gebeten, fotografiert zu werden. Ob die Vierergruppe auf dem anderen Foto mit der Tätergruppe identisch sei, das könne der Student jetzt nicht mehr mit Sicherheit sagen. Das erstaunt. Sie standen ja direkt bei den Tätern. Sind die Personen auf dem Foto die Täter? Dann wären Yunus und Rigo unschuldig. Diese Frage lassen beide Zeugen offen. Sie können aber anhand der Skizze eindeutig ihren Standort und damit den Standort der Täter festlegen. Auf die Frage, ob ihm die Angeklagten bekannt vorkämen, dreht sich der befragte Student um, lacht erstaunt und  verneint.

Ein weiterer Polizeizeuge

Polizeibeamter Materne berichtet aus der Vernehmungsnacht in der Kruppstraße. Er hatte die Aussagen der Zeugen POK Gromotka und POK Berger aufgenommen. Die Richter versuchen aufzuklären, wie es zu dem gleichlautenden Protokollen kam. Woher die Zeitangaben auf den Protokollen stammen. Wer der beiden verdeckten Ermittler Gromotka und Berger was gesagt hätte. Sind die Protokolle am Morgen des 2. Mai noch einmal bearbeitet worden? Auch das bleibt unklar.

Die Anwälte stellen Anträge auf die Vernehmung weiterer Augenzeugen. RA Zecher hatte Strafanzeige gegen die auf dem strittigen Foto abgebildeten Personen gestellt. Nun erkundigt sie sich nach dem Stand der Ermittlungen und verlangt Akteneinsicht. Der Prozess wird gegen 16:00 Uhr bis zum 14.10. unterbrochen.

 

 

plakat


 DER HAFTBEFEHL GEGEN YUNUS UND RIGO WURDE AM 17.12. AUFGEHOBEN!  

Der Unterstützerkreis dankt allen, die sich für Yunus und Rigo engagiert haben - den Verteidigern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den vielen Bürgerinnen und Bürgern aus allen Altersschichten.  

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  DISKUSSION "Ende gut. Alles gut?" Reflexionen über eine Prozess-Farce 

Waldorfschule Mitte, 30.01.2010 um 19:00 Uhr 

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In Berliner Gerichten häufen sich Prozesse, die kontrovers diskutiert werden. [mehr]

 

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