www.berlinonline.de - Berlin (ddp-dnb) , 11.09.2009 14:46 Uhr
Im Prozess wegen versuchten Mordes hat ein Polizist vor dem Landgericht Berlin die beiden angeklagten Schüler belastet. Der 39-jährige Beamte erklärte am Freitag, eine «Verwechslung» der Täter sei ausgeschlossen. Er gab an, die jungen Männer bis zur Festnahme verfolgt und dabei «ständig im Blick» gehabt zu haben.Die zwei Schüler im Alter von 17 und 19 sind angeklagt, am Abend des 1. Mai in Kreuzberg einen Molotowcocktail auf Polizisten geworfen zu haben. Ein Teil der brennenden Flüssigkeit traf eine junge Frau und entzündete deren Kleidung. Sie kam mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus.Der Polizist sagte aus, er habe damals aus den Augenwinkeln «etwas Helles» zwischen den beiden jungen Leuten gesehen und dann beobachtet, wie «der mit dem weißen T-Shirt den Brandsatz wegwarf». Diese Beschreibung würde zu dem 17-Jährigen passen.Der Polizist räumte ein, es seine eine Schlussfolgerung, dass der 19-Jährige den Brandsatz zuvor angezündet habe, weil er bei der anschließenden Festnahme «das Feuerzeug hatte». Ansonsten sei bei der Durchsuchung ihrer Sachen «eigentlich nichts gefunden» worden. Auch Benzinflecken auf der Kleidung der Angeklagten oder entsprechende Gerüche habe er nicht wahrgenommen.Die Schüler hatten zu Prozessbeginn die Vorwürfe bestritten. Die Verteidigung geht von einer Verwechslung aus. Der Prozess wird am 15. September fortgesetzt.
