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Bild.de, 02.09.2009

Mordversuch!  Doch stehen die Falschen als Mai-Randalierer vor Gericht?
Von KARIN HENDRICH

Es ist das erste Mal, dass mutmaßliche Kreuzberger Mai-Randalierer wegen versuchten Mordes vor Gericht stehen. Ein schwerer Vorwurf. Wird jedoch ausgerechnet dieser Prozess zum Desaster für die Staatsanwaltschaft?
Gestern begann vorm Landgericht das Verfahren gegen Yunus K. (19) aus Tempelhof und Rigo B. (17) aus Zehlendorf. Dem Jüngeren drohen bis zu zehn Jahre Jugendstrafe, dem Älteren sogar bis zu lebenslange Haft. Die Schüler sollen am 1. Mai dieses Jahres gegen 21.45 Uhr in der Kottbusser Straße einen Molotowcocktail auf Polizisten geschleudert haben. Er traf eine Frau, die Verbrennungen erlitt.

„Die Anklage ist falsch, weil hier die falschen Personen sitzen“, erklärten die drei Verteidiger vor Gericht.

Sie beschuldigen den Oberstaatsanwalt: „Er hat sich einseitig auf diese beiden eingeschossen.“ So habe er versäumt, die Kleidung der Jungen auf Benzinspuren untersuchen zu lassen.

Und das angebliche Beweisfoto? „Die abgebildete Person ist mit meinem Mandanten nicht identisch“, so eine Verteidigerin. „Mir stellt sich die Frage: Strebt der Staatsanwalt aus politischen Gründen eine rasche Verurteilung an?“

Dieser kontert: „Die Vorwürfe sind grotesk bis unverfroren.“ Seine wichtigsten Zeugen: zwei Polizisten, die die Schüler als „Molli“-Werfer identifiziert haben wollen. Die Verteidigung zweifelt daran: „In einer dunklen, unübersichtlichen, chaotischen Situation...?“

„Wir bedauern, was passiert ist“, sagten die Angeklagten vor Gericht. „Aber wir haben damit nichts zu tun.“ Das Gericht hat neun Verhandlungstage angesetzt.

plakat


 DER HAFTBEFEHL GEGEN YUNUS UND RIGO WURDE AM 17.12. AUFGEHOBEN!  

Der Unterstützerkreis dankt allen, die sich für Yunus und Rigo engagiert haben - den Verteidigern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den vielen Bürgerinnen und Bürgern aus allen Altersschichten.  

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  DISKUSSION "Ende gut. Alles gut?" Reflexionen über eine Prozess-Farce 

Waldorfschule Mitte, 30.01.2010 um 19:00 Uhr 

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 POLITISCHE PROZESSE

In Berliner Gerichten häufen sich Prozesse, die kontrovers diskutiert werden. [mehr]

 

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