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BZ Berlin, 01.09.2009

Mai-Krawalle
1. Mai: Stehen die Falschen vor Gericht?


Molotow-Wurf auf Polizisten bei Mai-Demo: Angeklagte Schüler beteuern im Prozess ihre Unschuld.

Am 1. Mai flogen Molotow-Cocktails in Kreuzberg. Eine junge Frau stand in Flammen. Zwei Waldorf-Schüler sind wegen versuchten Mordes angeklagt - so weit die Fakten.

Landgericht, Saal 817: Auf den Zuschauerbänken drängen sich brave Mitschüler statt Sympathisanten vom gewalttätigen "Schwarzen Block". Vier Monate Haft liegen hinter ihnen. Yunus K. (19) machte im Knast Abitur, Rigo B. (17) seinen mittleren Schulabschluss. So was hat man selten.

Die Schüler sagen, sie seien unschuldig. Sie hätten bei den Krawallen nichts geworfen, auch keine Brandflaschen. Rechtsanwältin Ulrike Zecher wirft Oberstaatsanwalt Ralph Knispel vor, er habe Entlastungsmaterial unterdrückt.

• Rigo B. soll die triefende Flasche geschleudert haben. Warum wurden Jeans, T-Shirt, Turnschuhe nie auf Brandbeschleuniger untersucht, wie vom Verteidiger gefordert?

• Zwei Studenten der Film-Hochschule meldeten sich als Zeugen. Sie haben den Molotow-Werfer und seine Freunde fotografiert, bevor sie der verletzten Frau halfen. Keine Fahndung, keine Ermittlungen.

• Yunus K. und Rigo B. erkennt man nicht auf den Fotos.

• Der Werfer auf den Fotos trägt ein schwarzes Basecape mit Mini-Marke. Auf dem schwarzen Basecape, das Rigo B. trug, steht groß "Totonka".

• Die Film-Studenten zitieren den Werfer vom Foto mit: "Als nächstes bin ich dran." In der Mord-Anklage wird dieses Zitat Rigo B. untergeschoben.

Berlins oberster Kapitalverbrecher-Jäger Knispel wiegelt ab: "Unverfroren, mir Straftaten im Amt zu unterstellen!" Zwei Polizisten belasten die Waldorf-Schüler. Sie hätten sie jederzeit im Blick gehabt - vom Wurf bis zur Festnahme. Aber auch Polizeibeamte können irren ...

Der Prozess wird am 8. September fortgesetzt.

plakat


 DER HAFTBEFEHL GEGEN YUNUS UND RIGO WURDE AM 17.12. AUFGEHOBEN!  

Der Unterstützerkreis dankt allen, die sich für Yunus und Rigo engagiert haben - den Verteidigern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den vielen Bürgerinnen und Bürgern aus allen Altersschichten.  

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  DISKUSSION "Ende gut. Alles gut?" Reflexionen über eine Prozess-Farce 

Waldorfschule Mitte, 30.01.2010 um 19:00 Uhr 

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 POLITISCHE PROZESSE

In Berliner Gerichten häufen sich Prozesse, die kontrovers diskutiert werden. [mehr]

 

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