Aktuell | Aktion | Suche | Impressum
Tagesspiegel, 11.09.2009 15:00 Uhr

Brandsatz-Wurf: Zweiter Polizist belastet Schüler
Im Prozess wegen versuchten Mordes bei den Ausschreitungen am 1. Mai in Kreuzberg hat ein weiterer Polizist vor dem Landgericht die beiden angeklagten Schüler belastet. Er schließt eine Verwechslung aus.Der Polizeioberkommissar glaubt nicht, sich geirrt zu haben. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, ob er die Täter mit anderen Personen verwechselt haben könnte, äußerte der Beamte, „ich sage mal: nein“. Ähnlich wie ein Kollege zuvor hat am Freitag im Landgericht ein Polizist die beiden jungen Männer belastet, denen die Staatsanwaltschaft versuchten Mord bei den Krawallen am 1. Mai in Kreuzberg vorwirft.Am Kottbusser Tor hätten sich zwei Personen gebückt gegenübergestanden, dann sei zwischen ihnen „eine helle Flamme“ aufgegangen, sagte der Zeuge. Anschließend habe der Mann mit dem weißen T-Shirt einen Molotow-Cocktail geworfen. Aus der fliegenden Flasche seien Tropfen brennenden Benzins auf eine Frau gefallen, an ihrem Rücken „gab es eine Stichflamme“. Der Beamte sagte, er habe mit Kollegen „zügig“ die Verfolgung der Männer aufgenommen. Vor einer Polizeikette in der Reichenberger Straße seien dann Yunus K. und Rigo B. festgenommen worden.
Frau erlitt Verletzungen zweiten und dritten Grades
Der 19-jährige K. und der 17 Jahre alte B. bestreiten den Anklagevorwurf. Der am Freitag gehörte Polizist sagte jedoch, er habe vom ersten Feuerschein bis zur Festnahme die zwei Personen nahezu permanent im Blick gehabt. Er beschrieb allerdings auch, was abseits der Männer mit der brennenden Frau geschah – „sie versuchte, sich auf den Rücken zu klopfen, sie rannte und wurde von Personen zu Boden gerissen“. Außerdem hatte der Beamte nicht die Gesichter der beiden Männer gesehen, als die Brandflasche angezündet und geworfen wurde. Der Polizist orientierte sich bei der Verfolgung am Outfit: Der eine habe ein weißes T-Shirt und eine Basecap getragen, der andere dunkle Kleidung. Die Beschreibung könnte auf Rigo B. und Yunus K. zutreffen, aber nach Ansicht der Verteidiger auch auf andere Personen am Tatort.
Vor dem Beamten hatte die Frau ausgesagt, die in Brand geraten war. Sie sei panisch „herumgehüpft“ und von Passanten gelöscht worden. Trotz ihrer Verletzung habe eine Absperrkette uniformierter Polizisten sie nicht durchgelassen, sagte die Frau. Ein Zivilbeamter habe ihr dann geholfen, sie wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Frau hatte Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Den Werfer der Brandflasche hatte die Frau nicht gesehen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Von Frank Jansen

plakat


 DER HAFTBEFEHL GEGEN YUNUS UND RIGO WURDE AM 17.12. AUFGEHOBEN!  

Der Unterstützerkreis dankt allen, die sich für Yunus und Rigo engagiert haben - den Verteidigern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den vielen Bürgerinnen und Bürgern aus allen Altersschichten.  

[mehr]


  DISKUSSION "Ende gut. Alles gut?" Reflexionen über eine Prozess-Farce 

Waldorfschule Mitte, 30.01.2010 um 19:00 Uhr 

[mehr]

[alle Aktionen]

 

 POLITISCHE PROZESSE

In Berliner Gerichten häufen sich Prozesse, die kontrovers diskutiert werden. [mehr]

 

 BOOKMARKS

waldorf.net

holger-niederhausen.de

themen der zeit

derFreitag

chris

annalist

utopia: berthild lorenz

JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs