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02.12.2009 | Frankfurter Jusos erklären sich mit den zwei Waldorfschülern Yunus K. und Rigo B. solidarisch.

Der Unterbezirksausschuss der Frankfurter Jusos hat sich am 2. Dezember 2009 einstimmig mit den beiden wegen angeblicher Molotow-Cocktail-Würfe am 1. Mai angeklagten Waldorfschülern Yunus K. und Rigo B. solidarisch erklärt. Das Festhalten des Gerichts an der Untersuchungshaft trotz der deutlichen Hinweise auf eine mögliche Unschuld der beiden Jugendlichen erfüllt die Frankfurter Jusos mit großer Sorge.

Angesichts der guten sozialen Einbindung der beiden scheint die Begründung für die fortgesetzte Haft mit einer angeblichen Fluchtgefahr vollkommen abwegig. Im Gegensatz zu so manchen Steuerhinterziehern, die in Deutschland frei rumlaufen haben die Jugendlichen weder das Geld, noch die Liechtensteiner Bankkonten um unerkannt ins Ausland zu fliehen.

Deshalb fordern die Jusos umgehende Haftverschonung für die beiden Jugendlichen – damit sie Weihnachten bei ihren Familien verbringen können. Eine Fortdauer der U-Haft in diesem Fall widerspricht ganz klar dem gesunden Rechtsempfinden einer Mehrheit der Bevölkerung.

Die scheinbare Beweislastumkehr und eine brutale Vorbestrafung der bis zur Haft sozial gut eingebundenen Gymnasiasten durch die harte Untersuchungshaft könnten Hinweise auf Fehlentwicklungen innerhalb unseres Justizsystems sein, die die Jusos Frankfurt sehr kritisch beobachten werden. Einer Brutalisierung der Justiz durch Vorbestrafungen werden die Jusos auch zukünftig offensiv entgegentreten.

Der Unterbezirksausschuss wird Yunus und Rigo falls nötig auch über die erste Instanz hinaus unterstützen und sich für eine angemessen Haftentschädigung für die beiden nach erfolgtem Freispruch stark machen.

Insgesamt wollen sich die Jusos Frankfurt mit dem Thema Haftbedingungen für Jugendliche in Zukunft mehr auseinandersetzen um einer offenkundig von Teilen von Justiz und Politik angestrebten Entwicklungen weg vom Resozialisierungsgedanken im Umgang mit Jugendlichen entgegenzuwirken.

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11.12.2009 | Linksjugend ['solid] Berlin solidarisiert sich mit Yunus und Rigo

Freiheit für Rigo und Yunus - 19.12.!  

Der Landessprecherinnenrat der Linksjugend ['solid] Berlin solidarisiert sich mit Rigo und Yunus, welche seit dem 1.Mai 2009 unschuldig in Untersuchungshaft sitzen.

 Den beiden Jugendlichen wird vorgeworfen am Abend des 1.Mai in Berlin Kreuzberg einen Molotowcocktail in Richtung Polizei geschleudert zu haben. Dabei wurde eine junge Frau durch brennbare Flüssigkeit verletzt. Augenzeugenaussagen, Bildmaterial und weitere Beweise, so zum Beispiel, dass keinerlei Spuren, die von einem Molotowcocktail zeugen, an der Kleidung gefunden wurden, entlasten die beiden Schüler. Doch die Justiz strikt ein Konstrukt aus Lügen und Vertuschungen, um zwei Unschuldige in einen politischen Schauprozess zu verknacken. Die Aussagen zweier Zivilpolizisten, welche die Tat beobachtet haben wollen, sind voller Widersprüche – dies ist für das zuständige Gericht jedoch kein Grund zumindest von einer Entlassung aus der Untersuchungshaft der beiden abzusehen, bis es ein Urteil gibt. Die Prozesstage gegen die beiden gleichen einer rechtsstaatlichen Farce, der Glaube an die Gerechtigkeit schwindet mit jedem Tag für alle Beteiligten. Polizeilicher Staatsschutz, Justiz und der Rot-Rote Senat stehen unter Handlungsdruck. Opposition und Medien wollen Ermittlungserfolge sehen im Kampf gegen sich regenden Widerstand in Berlin und schüren permanent Hass und Vorurteile gegenüber Linken. Dabei schrecken sie auch nicht vor den Schicksalen einzelner Menschen zurück. Wir fordern ein Ende der Kriminalisierung von linken Personen und Bewegungen. „Rigo und Yunus sind unschuldig, das weiß auch die Justiz“ ist sich Christian Z., Landessprecher der Linksjugend ['solid] Berlin, sicher. „Sie will die Beiden nur verurteilen um lediglich ein 'Abschreckungsszenario' zu schaffen - dies gibt sie sogar selber zu“, so Z. weiter. Wir fordern den Senat auf Stellung zu beziehen und sich dafür einzusetzen, dass Rigo und Yunus einen fairen Prozess bekommen um endlich freigesprochen werden zu können!

Am Samstag dem 19.12.2009 beginnt um 14 Uhr eine Demonstration in der Weinmeisterstraße vor der Waldorfschule Mitte. Kommt zahlreich und zeigt eure Solidarität mit Rigo und Yunus.

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17.12.2009 (13:00 Uhr) | Der Landesvorstand der Grünen Jugend Berlin solidarisiert sich mit Rigo und Yunus.

Seit über sieben Monaten sitzen die Berliner Jugendlichen Rigo und Yunus nun schon in Untersuchungshaft, während über die Ereignisse des 1. Mai 2009 weiterhin Unklarheit herrscht. In der öffentlichen Wahrnehmung widersprechen sich scheinbar die Aussagen der Beteiligten und auch in der Bewertung der Fluchtgefahr gibt es keine Einigkeit. Trotzdem müssen zwei Jugendliche in der Untersuchungshaft während der schleppenden Ermittlungen ausharren und können die Weihnachtsfeiertage nicht bei ihren Familien verbringen.

Wir können die Ergebnisse der Ermittlungen nicht vorweg nehmen, jedoch führen die krassen Wahrnehmungsunterschiede der ermittelnden Behörde und der interessierten Öffentlichkeit zum Vertrauensverlust in den Rechtsstaat und lassen den Prozess als politische Willkür erscheinen. Der Prozess hat inzwischen eine außergewöhnlich Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erreicht. Dass transparent über das Verfahren informiert wird, begrüßen wir ausdrücklich. Des weiteren freuen wir uns über die große Solidarität mit den beiden Angeklagten, die über den Familienkreis weit hinausgeht. Wir hoffen, dass diese Solidarität anhält und Yunus und Rigo auch zu den Prozessen in der nächsten Woche viel Unterstützung erfahren.

Da die beiden Jugendlichen aus einem gefestigten Umfeld kommen, was darauf schließen lässt, dass keine Flucht zu erwarten ist, müssen diese sofort aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Bezüglich der Schuldfrage und der Verlässlichkeit der unterschiedlichen Aussagen bleibt es dem Gericht überlassen, darüber zu urteilen.

Wie viele andere regelmäßige DemonstrantInnen erleben auch wir hin und wieder, dass PolizistInnen im Dienst großen Stresssituationen ausgesetzt sind. Besonders drastisch geschieht dies während der jährlichen Ausschreitungen um den 1. Mai. Die Aussagen aus dieser Nacht müssen deshalb politisch unvoreingenommen und fair den Beschuldigten gegenüber untersucht werden, um den Anschein eines politischen Tribunals zu vermeiden.

Wir unterstützen das Anliegen, GewalttäterInnen wirkungsvoll zu verfolgen. Aus unserer Sicht sind Molotowcocktails und grobe Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Selbst wenn in dieser Hinsicht massiver Druck auf Politik und Polizei lastet, sogenannte "Linksextreme" zu verhaften, ist es keineswegs gerechtfertigt, dass zwei Minderjährige diesen Druck ausbaden müssen.

Aus diesen Gründen fordern wir die Freilassung von Rigo und Yunus noch vor Weihnachten.

Landesvorstand Grüne Jugend Berlin

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11.12.2009 | SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert Freiheit für Yunus und Rigo

Solidarität mit Yunus und Rigo!

Politischen Schauprozess beenden!

Yunus und Rigo sitzen seit dem 1. Mai nun schon mehr als ein halbes Jahr im Knast. Beiden wird noch immer versuchte Mord angedichtet, obwohl eine objektive Betrachtung der Tatsachen nur einen Schluss zulässt: Die 20- und 17-Jährigen sind unschuldig.

Obwohl beide bis vor kurzem Schüler waren und im Knast ihre MSA- bzw. Abiturprüfungen abgelegt haben, fürchtete das Gericht offenbar, die beiden könnten untertauchen und ordnete deshalb immer wieder Untersuchungshaft an. Dieses vollkommen absurde und höchst ungewöhnliche vorgehen ist exemplarisch für diesen gesamten Prozess, der nur ein Ziel verfolgt: Endlich ein Exempel zu statuieren, um linken Protest zu kriminalisieren und jegliche Sympathien in der Bevölkerung zu vernichten. Wenn der Erfolgsdruck zu hoch ist, ignorieren Staatsanwaltschaften und Gerichte im Zweifelsfall dann auch mal gerne alle rechtsstaatlichen Grundsätze. Ob Unschuldsvermutung oder Verhältnismäßigkeit: Der Prozess gegen die beiden entwickelt sich zunehmend zu einem rechtsfreien Raum.

Zeugen, die die Tat beobachtet haben, entlasteten die Angeklagten und identifizierten sie eindeutig als Unbeteiligte. Die Anklage stützt sich einzig und allein auf zwei Zivilbeamte, die Yunus und Rigo fast ununterbrochen beobachtet haben wollen. Ihre Darstellung der Geschehnisse wirkt dabei eher wie eine willkürliche Zusammenstellung von sich widersprechenden Traumschnipseln als ein glaubwürdiger Augenzeugenbericht von geschulten Ermittlern:

Laut Anklage warfen die Angeklagten mehrere Brandsätze auf die Einsatzkräfte der Polizei in der Umgebung des Kottbusser Tors. Wenige Minuten danach sollen sie seelenruhig über den Platz geschlendert sein, verfolgt von Zivilbeamten der politischen Polizei. Anstatt sich zu verstecken, Beweise zu vernichten oder Verfolger abzuschütteln hält es die Staatsanwaltschaft für vollkommen logisch, dass die Angeklagten vollkommen entspannt direkt auf die Polizeiabsperrung an der Ecke zur Reichenberger Straße zugelaufen sind und dort die Beamten gefragt haben, ob sie passieren könnten, um zum Sparkassenautomaten zu gelangen.

Ein weiterer „Beweis“, auf den die Staatsanwaltschaft ihre Anklage stützt, ist die Täterbeschreibung des festnehmenden Beamten Kleiner, die haargenau auf einen der Angeklagten passt – zu genau. Im Laufe des Prozesse musste er schließlich zugeben: Was in seinem Bericht als Beschreibung der Täter angeführt wird, hat er in Wirklichkeit nie gesehen. Stattdessen fügte er nach der Verhaftung der beiden Angeklagten einfach eine Beschreibung ihrer „Beute“ in seinen Bericht ein. Die Tat selbst hat er nie gesehen.

An der Kleidung der Angeklagten konnten keine Brandbeschleuniger-Rückständen nachgewiesen werden. Der Molotow-Cocktail, den sie geworfen haben sollen, verlor allerdings noch im Flug große Mengen Flüssigkeit, von der u.a. eine Frau am Rücken getroffen und schwer verletzt wurde, wie man auf zahlreichen Videos sieht.

Zwei Studenten, die die Täter tatsächlich beobachtet und die Situation auch fotografiert haben, identifizierten Yunus und Rigo schon kurz nach ihrer Verhaftung eindeutig als Unbeteiligte. Vor Gericht bekräftigten sie diese Aussage erneut – aber auch das war für das Gericht weder ein Grund, den Prozess endlich zu beenden, noch die beiden endlich aus der Untersuchungshaft zu entlassen!

In den Festnahmeprotokollen vermerken die Polizisten, dass sich in der Hosentasche des einen Angeklagten Einweghandschuhe mit Brandbeschleuniger befunden hätte. Vor Gericht muss der Zivilpolizist Berger schließlich zugeben, dass das wohl ‚irgendwie falsch notiert worden sei’ – die Handschuhe haben sich nie im Besitz der Angeklagten befunden, die Zivilbeamten fanden sie auf dem Boden. Erst nachdem festgestellt wird, dass sich an den Handschuhen Rückstände eines Brandbeschleunigers befunden haben, der bei der Tat überhaupt keine Rolle gespielt hat, sieht sich die Staatsanwaltschaft gezwungen, zurückzurudern.

Wir, Schülerinnen und Schüler, Aktivistinnen und Aktivisten des Schul- und Bildungsstreik und als SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, solidarisieren uns ausdrücklich mit den Angeklagten! Es könnte nicht offensichtlicher sein, dass Polizei und Justiz wieder einmal auf Biegen und Brechen eine symbolische Verurteilung erwirken wollen. Dieser politischen Schauprozess, der mehr an ein öffentlich inszeniertes Militärtribunal als an einen objektiven und vorurteilsfreien Prozess erinnert, verfolgt einzig und allein das Ziel, linke Politik zu kriminalisieren.

Wir fordern die sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Yunus, Rigo!

Wir rufen zur „Freiheit für Yunus und Rigo“-Demonstration am 19. Dezember um 14:00 am U-Bahnhof Weinmeisterstr. auf!

SchülerInnen-Initiative "Bildungsblockaden einreißen!"

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11.12.2009 | Statement der Waldorfschule Mitte

Wir, die Lehrer, Schüler, Eltern der Freien Waldorfschule Mitte, teilen die Bestürzung, das Unverständnis sowie die tiefe Sorge der Kollegen, die den Prozess verfolgt haben. [...]

Für jeden Bürger in unserer Demokratie gilt die Unschuldsvermutung. Hat das Gericht diese zivilisatorische Errungenschaft aus den Augen verloren, wenn es –statt der objektiven Beweislage Rechnung zu tragen und den Angeklagten aus der Haft zu entlassen- unbeirrt nur belastende Aussagen zur Kenntnis nimmt? Im Namen von Yunus und als seine ehemaligen Lehrer und Betreuer fordern wir, aus diesem Kreislauf von Vorverurteilung und Ignoranz auszusteigen und zu einem rechtsstaatlich fairen Verfahren zurück zu finden.

Wir tun dies auch in unserer pädagogischen Verantwortung für unsere Schüler, denn längst hallt das Gerichtsverfahren in Fragen in den gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichten nach: Was ist mit dem Grundsatz „In dubio pro reo“? Wie steht es mit der Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Judikative, wenn die Aussage eines Polizisten mehr zählt als die eines Bürgers? Der Anfang November bei einem Symposion des Landesamts für Verfassungsschutz geforderte und auch von uns vorbehaltlos unterstützte „gesellschaftliche Konsens“ in der Verurteilung und Verfolgung linksextremistischer Gewalt wird durch solche Verunsicherung nicht unterstützt.

Die konsequente Ablehnung jeglicher Gewaltanwendung, egal welcher Coleur, ist Teil und Voraussetzung unserer Erziehung zur Freiheit, in deren Geist auch Yunus sich ausdrücklich vor Gericht von falschen Unterstützern distanziert hat, die durch Gewalt andere einschränken, Hass entwickeln und den Menschen hinter dem „Bullen“ nicht mehr sehen. In Sorge um diese Verrohung des gesellschaftlichen Lebens im Umfeld unserer Schüler erlauben wir uns den Hinweis an das Gericht, diesem Spektrum keine weitere Nahrung zu geben, indem die bisherige Tendenz der Verhandlung fortgeführt wird und den Menschen Yunus aus dem Blickfeld verliert.

Um dieser, inzwischen auch in den Medien zunehmend kritisch beobachteten voreingenommenen Prozessführung entgegenzuwirken, fordern wir das Gericht auf, in einem ersten Schritt unserem ehemaligen Schüler Yunus Haftverschonung zu gewähren.

Wir fordern darüber hinaus, der tatsächlichen Beweislage endlich Rechnung zu tragen! Uns als Erziehern aus einer pädagogischen Verantwortung heraus wie dem Gericht als Wahrer des Rechts und der Unschuldsvermutung obliegt es, den Menschen Yunus nicht für unsere Gesellschaft zu verlieren.

Was es bei einem gerade 20-Jährigen auslöst, trotz einer mehr als fragwürdigen Beweislage nunmehr über ein halbes Jahr inhaftiert zu sein, konnte das Gericht bei der Ablehnung der Haftentlassung am 17.11. selbst wahrnehmen. Welche seelischen Anfechtungen mit einem solchen psychischen Zusammenbruch  verbunden sind, welche Gräben in der biographischen Entwicklung gerissen werden können, wissen wir als Pädagogen. Wer kann und wer will solche verantworten?

[vollständige Presseerklärung als PDF lesen]



15.12.2009 | Bitte um Haftaussetzung über die Weihnachtsfeiertage

„Wir wollen bewusst weder zu den Vorwürfen noch zum laufenden Prozess Stellung nehmen oder es durch unseren Brief gar beeinflussen. Das ist Sache des Gerichts", betonte Superintendent Bertold Höcker, „Uns geht es um einen Akt der Barmherzigkeit." Gleichzeitig machte er deutlich, dass jede Form der Gewalt abzulehnen sei: „Das darf nach christlicher Auffassung nicht sein." Die Evangelischen Kirchengemeinden in Kreuzberg leisten Jahr für Jahr zum 1. Mai wichtige Beiträge zur Deeskalation. So gehört die Gemeinde Heilig Kreuz-Passion zu den Mitwirkenden des Straßenfestes My Fest, das 2004 den Präventionspreis des Landes Berlin erhielt.

Pfarrer Peter Storck und Kreisjugendpfarrerin Silke Radosh-Hinder haben die Schwester eines der beiden Jugendlichen konfirmiert und wissen um die Verbundenheit der Familien mit der Gemeinde. „Viele Jugendliche aus der Gemeinde verfolgen den Strafprozess. Wenn dem Gesuch nachgegeben würde, so wäre es gerade für sie ein überzeugendes Zeichen der Stärke eines Rechtsstaates", so Pfarrer Storck.

[...]  Die Gefahr, dass sich die beiden jungen Männer durch eine Flucht dem Prozess entziehen könnten, sei aus ihrer Sicht nicht gegeben, sagte Pfarrerin Radosh-Hinder. 

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Öffentlicher Brief

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 1. Mai soll es gegen 21:45 in Kreuzberg einen Vorfall gegeben haben, bei der die Kleidung einer Frau durch einen Molotow Cocktail Feuer gefangen hat.

Mein Sohn sitzt seit dem 1. Mai mit dem schweren Vorwurf " Mordversuch" in U-Haft, obwohl er mit der Tat nichts zu tun hat.

Der Staatsanwaltschaft ist ein Foto mit den wahrscheinlichen Tätern bekannt, trotzdem klagte sie meinen Sohn an. Das Foto zeigt eine Gruppe von jungen Männern, unter denen mein Sohn sich nicht befindet. Wie kann die Staatsanwaltschaft nur so blind sein und nicht die wirklichen Täter suchen?

Ich mache mir große Sorgen, dass mein Sohn trotz seiner Unschuld verurteilt werden könnte. Er hat nichts getan! wie lange soll er noch grundlos im Gefängnis leiden?
Die vielfache öffentliche Forderung nach harten und abschreckenden Urteilen gegen die Straftäter des 1.Mai darf nicht zu Vorverurteilung führen! 

Ayse K. | September 2009

Sei Unschuldig

Sei in U-Haft

Sei Berlin!



10.9.2009 | Gegendarstellung im Tagesspiegel

 In der Druckausgabe des Tagesspiegel vom 31.08.2009, Nr. 20 367, stellen Sie auf Seite 13 unter der Rubrik Berlin/Brandenburg und der Überschrift „gefährlicher Cocktail“ folgende Tatsachenbehauptungen über mich auf: „Zwei Mai-Randalierer stehen wegen versuchten Mordes vor Gericht.“ „Versuchter Mord: So lautet die Anklage gegen zwei junge Männer, die am 1. Mai einen Molotow-Cocktail auf Polizisten geschleudert haben.“ „Der selbstgebaute Brandsatz verfehlte die Polizisten, traf aber eine Passantin und verletzte sie schwer.“

Diese Behauptungen sind falsch. Ich bin kein Mai-Randalierer. Ich habe keinen Molotow-Cocktail auf Polizisten geschleudert und daher weder diese verfehlt, noch eine Passantin schwer verletzt.

Berlin, 08. September 2009 | Rechtsanwältin Ulrike Zecher für Rigo B. | (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.09.2009)



24.10.2009 | Gegendarstellung im Tagesspiegel

Ihr Bericht in der Druckausgabe des Tagesspiegels vom 31. August 2009 mit dem Titel: "Gefährlicher Cocktail" im Ressort Berlin enthält unwahre Behauptungen über mich. Sie berichten, ich habe am 1. Mai einen Molotow-Cocktail auf Polizisten geschleudert. Der selbstgebaute Brandsatz habe die Polizisten verfehlt, jedoch eine Passantin getroffen und schwer verletzt.
Hierzu stelle ich fest: Ich habe am 1. Mai keinen Brandsatz geworfen. Daher habe ich weder die Polizisten verfehlt noch eine Passantin getroffen und schwer verletzt.


Berlin, den 1. September 2009
Rechtsanwalt Alain Mundt
für Yunus K.

(erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.10.2009)



01.10.2009 | Stellungnahme der Eltern

Wir möchten unsere tiefe Bestürzung über die am 30. September in der Bildzeitung und BZ erwähnte Morddrohung gegen Ralph Knispel in einem Bekennerschreiben der "autonomen gruppen" zu Brandanschlägen in Berlin vom 3./4.9.09 zum Ausdruck bringen und uns nachdrücklich davon distanzieren.
Die Verfasser dieser Drohung nutzen den Prozess gegen unsere Kinder, um eine gewaltbereite politische Auseinandersetzung zu führen, mit der Yunus und Rigo nichts, aber auch gar nichts, zu tun haben. Sie sind nicht in der autonomen Szene organisiert! Sie sind und waren niemals gewaltbereit!
Wir fürchten, dass sich eine solche Form der politischen Stimmungsmache negativ auf das Verfahren gegen Yunus und Rigo auswirken wird und fordern deshalb die Verfasser der Drohung auf, sich nicht weiter in den Prozess gegen unsere Kinder einzumischen und jedwede gewaltbereite Veröffentlichung zu unterlassen.
Herrn Knispel drücken wir unser Mitgefühl aus und bitten ihn, trotz dieser Morddrohung die Sachlage im Prozess gegen unsere Kinder unvoreingenommen zu beurteilen.

Die Eltern:
Ayse Keskin, Ingo Keskin und Karin Redlich
Eva und Axel Burow



17.11.2009 | Warum wir hinschauen müssen! | Die Macherinnen dieser Website

Diese Website ist entstanden, um den Prozessbeobachtern, den Angehörigen und Freunden und auch den Angeklagten eine Stimme zu geben. Von der anfänglichen Sprachlosigkeit bis zu dem Entschluss, diesen Vorgang online zu begleiten war es ein kurzer Weg. Vielen ist der Gedanke, dass 2 junge Menschen unschuldig seit über 6 Monaten in U-Haft sitzen, so unerträglich, dass sie es mit Hinweis auf die Unschuldsvermutung nicht glauben können. Seit dem 1. September sind wir Beobachter.Jetzt wissen wir es. Es ist möglich. Es passiert sogar recht häufig. Das Gewaltmonopol des Staates wird missbraucht, wenn es nicht kontrolliert wird. Längst wird die Rechtssprechung von manch einem als verlängerter Arm der Exekutive verstanden. Auf die kommerziellen Medien können wir bei der Kontrolle nicht hoffen. Sie sind käuflich. Wir müssen das selbst tun, das Dokumentieren. Denn unsere Demokratie funktioniert nur solange, wie die Gerichte nicht in den Dienst der Macht gestellt werden. So sitzen wir Prozesstag für Prozesstag dabei, und wachen schweigend darüber, dass das Gericht seine Arbeit tut. Es geht um die Freiheit für Yunus und Rigo. Und um viel viel mehr.

Renate Wegener
Julia Lindig

plakat


 DER HAFTBEFEHL GEGEN YUNUS UND RIGO WURDE AM 17.12. AUFGEHOBEN!  

Der Unterstützerkreis dankt allen, die sich für Yunus und Rigo engagiert haben - den Verteidigern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den vielen Bürgerinnen und Bürgern aus allen Altersschichten.  

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  DISKUSSION "Ende gut. Alles gut?" Reflexionen über eine Prozess-Farce 

Waldorfschule Mitte, 30.01.2010 um 19:00 Uhr 

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 POLITISCHE PROZESSE

In Berliner Gerichten häufen sich Prozesse, die kontrovers diskutiert werden. [mehr]

 

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